viv Finanz- und Versicherungsmakler GmbH in Freiburg
Was ist Berufsunfähigkeit?

Was ist Berufs­unfähig­keit?


Was ist denn eigentlich Berufsunfähigkeit?

Mit der Antwort auf diese Frage fangen wir die Beratung häufig an, nachdem der erste Fragebogen ausgefüllt wurde und die Versicherbarkeit grundsätzlich geklärt ist.

Im Versicherungsvertragsgesetz steht dazu folgendes:

 

 


Was sagen die Versicherungsbedingungen dazu?
Das ist die Vertragsgrundlage, auf die dann zurückgegriffen wird, wenn der Schaden – die Berufs­unfähig­keit - eintritt.

Hier als Beispiel die neuesten Versicherungsbedingungen eines Top Anbieters, der LV1871:

 

 

Soweit ist relativ klar beschrieben:

Ursache – Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall

Nachweis – durch Arzt

Dauer – voraussichtlich 6 Monate

Welche Tätigkeit – der zuletzt ausgeübte Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war.

Ab wieviel % Beeinträchtigung – ab 50 %

Leistung ab wann? – Rückwirkend ab Beginn des 6 – monatigen Zeitraumes

 


Weiter geht es mit den Klarstellungen und wann eine BU nicht vorliegt:

 

 

Der wichtigste Teil steckt hier in dem gelb markierten Teil und dem Abschnitt danach:

Die Lebensstellung (eine Mischung aus Sozialer Stellung, erzieltem Einkommen, Ansehen, Wertschätzung) spielt eine Rolle. Ganz wichtig für unser Hauptklientel, Menschen mit guter, bis sehr guter Ausbildung. Sobald die Einkünfte fallen, sobald die Lebensstellung sich verändert, ist die Anerkennung der BU relativ einfach, solange die anderen Kriterien stimmen.

An dem einfachen Beispiel erklärt: ein Hilfsarbeiter, der dem Meister und den Gesellen das Pausenbier/Vesper holt, hat keine Lebensstellung und soziale Wertschätzung und kann vom BU Versicherer relativ einfach konkret auf andere Tätigkeiten verwiesen werden. Hier wären sicher andere Produkte als eine BU Versicherung zu überdenken. Hier bieten sich die Grundfähigkeitenversicherung und die schwere - Krank­hei­ten - Versicherung ( Dread Disease) an.

Zum Beispiel die Absicherung der Bayerischen:

 

 


Weiter zur Berufs­unfähig­keitsversicherung:

 

 

Ganz wichtig ist dieser Passus, denn er sichert Ihren zuletzt ausgeübten Beruf ab. Wir hatten vor Jahren den Fall, dass eine Chirurgin sich nach Jahren im OP - Saal zum Design und Gestalten hingezogen fühlte. Für sie wäre nach diesen Bedingungen die Berufstätigkeit der Designerin zu prüfen, nicht die der Chirurgin. Nicht zum Vorteil des Versicherers.
Oder der Jurastudent mit frühzeitiger BU - Absicherung durch die Weitsicht der Eltern und des Maklers, der nach 3 Semestern hinwirft und fortan als Azubi im Stahlbau tätig ist. Durch das enorme Risiko wäre die Prämie der BU Absicherung nicht vom Azubi - Gehalt bezahlbar. Durch den frühen Vertrag und vorteilhafte Bedingungen lief und läuft auch jetzt nach der Gesellenprüfung der Vertrag weiter wie bisher und müsste leisten bei BU als Stahlbauer. Was in diesem Fall unvorteilhaft war, ist die fehlende Klausel beim Anpassungsbedarf „Verzicht auf Risikoprüfung“. Das bot der Versicherer der damaligen Wahl nicht an. Der damalige Berater hat auch nicht darauf hingewiesen.

 


Thema Flexibilität der Absicherung und Nachversicherungsgarantien bei Bedarf an höherer Absicherung

Warum ist die ausführliche Besprechung der beruflichen Pläne wichtig in der Beratung?

 

In den Bedingungen der LV1871 ist klar geregelt, dass der, bleiben wir beim vorherigen Beispiel, Ex - Jura Student und jetzige Stahlbau Geselle, nach der Ausbildung seine bisherige BU von sagen wir mal 1.000 Euro BU - Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung (das ist mittlerweile Standard) und ohne erneute Risikoprüfung (Beruf, Raucherverhalten, Risikosportarten etc.) erhöhen kann. Das ist 2021 leider immer noch kein Standard am Markt, aber bei einigen Top Anbietern geregelt. Wichtig ist deshalb, die Spezialisierung Ihres Ver­sicherungs­maklers auf das Thema Berufs­unfähig­keitsversicherung, damit sie zusammen die Zeitschiene erarbeiten können (Berufsplanung und Verlauf der Ausbildung und Karriere) und dieser verhängnisvolle und teure Fehler sie nicht tausende von Euro bzw. die Zukunftsfähigkeit Ihrer BU kostet.



Warum tausende von Euro?

Um das zu beantworten, schauen wir uns mal den Beitragsunterschied an von einem Stahlbauer zu einem Jurastudenten. 

Grundlage sind 1.000 Euro Monatsrente als Bu - Absicherung.

Der Jura Student:

Ergebnis: Beiträge zwischen 30,41 Euro und 134,49 Euro / Monat auf Platz 149 dieser rein nach Beitrag sortierten Tabelle.

Der Stahlbau Azubi:

Ergebnis: Beiträge zwischen 49,31 Euro und 133,68 Euro /  Monat auf Platz 114 dieser rein nach Beitrag sortierten Tabelle.

Was bedeutet dieser Beitragsunterschied für diesen Mandanten?

Auf eine gerechnete Laufzeit von 42 Jahren sind das bei z.B. der Lösung der LV1871 genau 11.738 Euro Beitragsunterschied bei 1.000 Euro monatlicher BU - Rente ohne Zusatzbausteine (Leistungsdynamik, Arbeitsunfähigkeitsklausel, Pflegebaustein). Da der Bedarf an BU Absicherungshöhe über die weitere berufliche Entwicklung steigen wird reden wir hier schnell über 20 – 40.000 Euro Unterschied durch zu späte Beschäftigung mit dem Thema oder unzureichende Beratung bzw. schlechte und unflexible Versicherungsbedingungen.

Dieser Junge Mann hat durch den frühen Abschluss der Police nicht nur sein Eintrittsalter gesichert sondern auch die vielfältigen Optionen den Vertrag ungeachtet der veränderten Umstände weiter auszubauen, zu seiner erstmaligen, günstigen Einstiegssituation.

Deshalb ist ein wesentlicher Teil der Beratung die Beschäftigung mit den Versicherungsbedingungen, den Ausbau Optionen (Nachversicherungsgarantie, mit und ohne Ereignis, Zukunftsgarantie, Karrieregarantie etc.) Die Begriffe sind je nach Versicherer unterschiedlich, gemeint ist immer das gleiche – die Option für den Mandanten seinen benötigten Schutz an neue Gegebenheiten und Erfordernisse anzupassen und zwar möglichst flexibel.


Optimal sieht das so aus:

Dass hier Höchstgrenzen gelten und der Versicherer das Recht hat die finanzielle Angemessenheit zu prüfen ist klar. Aber Sie haben das Recht Ihren Vertrag an Ihre neuen Bedürfnisse anzupassen, ohne die Rückfrage aus dem ersten Antrag erneut beantworten zu müssen. So muss das geregelt sein. Optimalerweise in zwei parallellaufenden BU Verträgen (Zweivertragslösung), um die Anpassungsoptionen bei höherem Absicherungsbedarf nutzen zu können.

 


Beispiele aus der Praxis

Die Apothekerin, bisher angestellt, die den Kauf der Apotheke plant, sollte dann Ihre bisherige Absicherung von 2.500 Euro BU auf den neuen Bedarf anpassen, der dann bei z.B. 5.000 Euro liegt. Das geht nur mit der oben gezeigten Klausel, denn schon die Frage nach neuen Hobbys (außerhalb vom Breitensport) oder dem Raucherverhalten kann den neuen Vertrag unmöglich oder auch viel teurer machen.

Der Diplom Ingenieur der im neuen, viel besser bezahlten, Job mit Gefahrstoffen zu tun hat, dafür auch noch weltweit reisen muss, kann ohne diese Klausel eventuell den benötigten Schutz nicht bekommen wegen der Reisen oder muss ihn erheblich teurer bezahlen.

Beim sehr oft linearen Verlauf eines Lehramtsstudenten, der zum Lehrer wird und dies sein gesamtes Leben macht, mag das nicht wichtig sein. Wenn aber beim zukünftigen Lehrer, der zu Beginn noch Schüler war, der Lehrerwunsch nicht abgefragt wurde und die dann abgeschlossene BU Versicherung keine generelle Dienstunfähigkeitsklausel beinhaltet, dann wird’s zum Problem.

Beim Wunsch Polizeibeamter zu werden ists dann wichtig eine Polizeidienstunfähigkeitsklausel zu haben, blöd wenn der von den Eltern empfohlene Vertreter eines Anbieters dies nicht in den Bedingungen geregelt hat oder der Versicherungsvertreter gar nicht über die Problematik Bescheid weiß. Dann hilft nur die Police zu erheblich ungünstigeren Konditionen wegen des gestiegenen Eintrittsalters nach Jahren auszutauschen und damit zukunftssicher zu machen.

Der Medizinstudent weiß oft zu Beginn seines Studiums nicht ob er in eine operative Richtung in der Facharztausbildung gehen wird. Diese operativen Anteile führen bei einigen Top Versicherern zu Zuschlägen von 30 %. Ein Leben lang. Gut wenn die oben geschilderte Klausel „Verzicht auf Risikoprüfung“ vereinbart ist. Schlecht wenn nicht, denn dann wird die Nachversicherung teuer.

Oft haben wir die freudigen Mitteilungen zu neuen Hobbys wie Paragliding und sind froh, dass die BU Verträge „safe“ sind. Denn oftmals wäre der Sport entweder ausgeschlossen vom Versicherungsschutz oder nur gegen erhebliche Zuschläge versicherbar.


Fazit:

Der Abschluss einer BU sollte beim BU Profi erfolgen. Denn nur er kennt die Fallstricke, die im Kleingedruckten stecken. Nur er kann aus vielen Jahren Erfahrung die Tücken erkennen und die oben geschilderten Fallbeispiele anwenden. Die Zeitachse Ihrer beruflichen Entwicklung spielt eine ganz wichtige Rolle.